Netzwerk ELTERNSCHAFT & WISSENSCHAFT

  • Human, Soheil (Projektleitung)
  • Bernroider, Edward (Stellvertretende Projektleitung mit Vollmacht)
  • Gundacker, Silvia (Kontaktperson für administrative Abwicklung)

Projektdetails

Beschreibung

Kinder und Elternschaft stehen im Zentrum tiefgreifender gesellschaftlicher Transformationen. Fragen von Entwicklung, Fürsorge, Bildung, Gerechtigkeit, Digitalisierung und Nachhaltigkeit bündeln sich in den Lebensrealitäten von Kindern und Familien. Gleichzeitig hat sich das wissenschaftliche Wissen zu kindlicher Entwicklung, Bindung, Ko-Regulation, Familienvielfalt und Care-Arrangements erheblich erweitert; Debatten zu Kinderrechten, Verantwortung, Autonomie und Familienpolitik gewinnen disziplinübergreifend an Bedeutung. Digitale Technologien, Plattformökonomien und Künstliche Intelligenz verändern zudem die sozialen, institutionellen und rechtlichen Rahmenbedingungen des Aufwachsens und Elternseins. Diese Dynamiken eröffnen die Chance, Kindheit und Elternschaft als zentrale Bezugspunkte gesellschaftlicher Zukunftsgestaltung systematisch zu verankern. ELTERNSCHAFT & WISSENSCHAFT schafft hierfür eine professionelle, interdisziplinäre Infrastruktur – mit einem doppelt kind- und elternfokussierten Anspruch: Kinderrechte sollen im Alltag wirksam werden; Elternschaft soll unter fairen, planbaren und diskriminierungssensiblen Bedingungen tragfähig gelebt werden können.

ELTERNSCHAFT & WISSENSCHAFT ist ein professionelles, interdisziplinäres Netzwerk für alle, die Kinder, Elternschaft und die Bedingungen förderlichen Aufwachsens sowie gelingender familiärer Entwicklung mit wissenschaftlicher Sorgfalt, gesellschaftlicher Verantwortung und kollegialer Solidarität in den Blick nehmen. Das Netzwerk verbindet Forschung, akademische Praxis und Wissenstransfer mit dem Anspruch, Kinder und Eltern als zentrale Achsen menschlicher Entwicklung, sozialer Gerechtigkeit und gesellschaftlicher Zukunft zu verankern.

Die Arbeit des Netzwerks orientiert sich an 17 Missionen, die gemeinsam eine kohärente Infrastruktur aus Erkenntnis, Kooperation und Wirkung bilden:

1. Wissensräume verbinden: Aufbau strukturierter, interdisziplinärer Forschungsräume, in denen Disziplinen wie Rechts-, Sozial-, Bildungs-, Gesundheits-, Wirtschafts-, Informationssystems- und Kognitionswissenschaften systematisch zusammenarbeiten. Ziel ist es, Konzepte zu klären, Methoden transparent zu machen und unterschiedliche theoretische Zugänge produktiv zu verschränken, um robuste, kontextsensible Erkenntnisse zu Kindheit und Elternschaft zu generieren.

2. Doppelte Verantwortung stärken: Verbesserung der institutionellen Bedingungen für Wissenschaftler*innen mit Sorgeverantwortung. Dazu gehören transparente Evaluationskriterien, planbare Karriereprozesse, familienfreundliche Zeitstrukturen und der Abbau struktureller Verzerrungen, damit wissenschaftliche Exzellenz und Elternschaft miteinander vereinbar bleiben.

3. Nachwuchs fördern: Entwicklung tragfähiger Mentoring-, Qualifizierungs- und Peer-Formate für Early-Career-Forschende sowie wissenschaftsnahe Praktiker*innen. Methodische Kompetenz, interdisziplinäre Anschlussfähigkeit und realitätsnahe Karrierepfade stehen dabei im Vordergrund.

4. Kooperation ermöglichen: Einrichtung thematischer Working Groups, projektbezogener Matchings und kollaborativer Infrastrukturen, die gemeinsame Anträge, Publikationen, Transferprodukte und Forschungsdesigns erleichtern. Das Netzwerk fungiert als Projektinkubator mit nachhaltiger Struktur.

5. Verantwortungsvoll forschen: Verankerung von Open-Science-Prinzipien, Datenethik und kinderrechtskonformen Forschungsstandards. Besondere Aufmerksamkeit gilt sensiblen Daten, Einwilligungsprozessen, Transparenz, Reproduzierbarkeit und dem Schutz der Zukunftsoffenheit von Kindern.

6. Orientierung geben: Förderung von Evidenzsynthese, systematischen Reviews und verständlich aufbereiteten „State of the Evidence“-Formaten. Ziel ist es, Unsicherheit differenziert darzustellen und Entscheidungsprozesse in Praxis, Politik und Institutionen evidenzbasiert zu unterstützen.

7. Herausfordernde Lebenslagen: Interdisziplinäre Forschung zu Trennung, neuen Sorgearrangements und Übergangssituationen, mit Fokus auf kindzentrierte Stabilität, Beziehungskontinuität und institutionelle Verantwortung in sensiblen Kontexten.

8. Mehrfachzugehörigkeit stärken: Wissenschaftliche Auseinandersetzung mit multikulturellen Kindheiten, transnationalen Familienrealitäten und mehrsprachiger Entwicklung. Ressourcenorientierte Perspektiven werden mit einer kritischen Analyse struktureller Hürden und Diskriminierungsrisiken verbunden.

9. Teilhabe ermöglichen: Integration von Expertise zu Kindheit und Elternschaft bei besonderen Bedürfnissen. Inklusive Bildung, gerechte Versorgung, psychosoziale Unterstützung und die Anerkennung von Care-Realitäten stehen im Zentrum.

10. Digitale Kindheit gestalten: Systematische Untersuchung digitaler Lebenswelten von Kindern und Eltern, einschließlich algorithmischer Entscheidungssysteme und KI-Anwendungen. Chancen, Risiken, Schutzmechanismen und regulatorische Fragen werden interdisziplinär reflektiert.

11. Gemeinsam gestalten: Entwicklung partizipativer Forschungs- und Transferformate, in denen Kinder, Eltern und Praktikerinnen als Wissenspartnerinnen eingebunden werden. Co-Creation stärkt Relevanz, Vertrauen und Kontextsensibilität.

12. Wirkung entfalten: Ausbau evidenzbasierter Wissenschaftskommunikation, die differenziert, zugänglich und respektvoll ist. Ziel ist es, Orientierung zu bieten, ohne zu moralisieren oder zu vereinfachen.

13. Wissenschaft trifft Kunst: Kooperationen mit künstlerischen und kreativen Akteur*innen, um komplexe Erkenntnisse resonanzfähig zu vermitteln und neue Zugänge zu sensiblen Themen rund um Kindheit und Elternschaft zu eröffnen.

14. Brücken bauen: Systematischer Dialog mit Praxis, NGOs, politischen Entscheidungsträger*innen und Institutionen, um Forschungsergebnisse in Standards, Fortbildungen und Verfahren zu übersetzen.

15. Gerechtigkeit und Vielfalt ernst nehmen: Reflexion und Abbau von Bias in Forschung und Institutionen sowie Berücksichtigung sozialer Ungleichheit, Geschlechtergerechtigkeit und Familienvielfalt als Querschnittsthemen.

16. Elternschaft weiterdenken: Entwicklung kindzentrierter, kinderrechtsbasierter und elternfreundlicher Leitlinien, die Gleichberechtigung, Verantwortungsteilung und Beziehungskontinuität stärken und institutionelle Automatismen kritisch hinterfragen.

17. Global vernetzen: Aufbau internationaler Kooperationen, um vergleichende Perspektiven, kulturelle Sensibilität und globale Verantwortung in Forschung und Transfer einzubeziehen und gemeinsame Antworten auf weltweite Transformationsprozesse zu entwickeln.

ELTERNSCHAFT & WISSENSCHAFT ist als offene, zugleich strukturierte Plattform konzipiert, die wissenschaftliche Exzellenz, interdisziplinäre Integration und gesellschaftliche Verantwortung verbindet. Ziel ist es, Bedingungen zu stärken, unter denen Kinder gut aufwachsen können und Elternschaft gerecht, tragfähig und zukunftsorientiert gestaltet wird.

StatusLaufend
Tatsächlicher Beginn/ -es Ende1/02/26 → …

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