Verkaufte Souveränität - Internationale Machtspiele, Schuldenerlass und Landdeals

Projektdetails

Geldgeber*innen

US National Science Foundation

Beschreibung

In den letzten zehn Jahren haben die Entwicklungsländer verstärkt Kredite bei neuen Gläubigern wie China, Brasilien, Russland, Saudi-Arabien und anderen Schwellenländern aufgenommen. Allerdings haben einige Entwicklungsländer nun Schwierigkeiten, diese Kredite zurückzuzahlen und erwägen alternative Strategien zur Bewältigung der wachsenden Schuldenprobleme. Neben den allgemein bekannten Strategien wie dem Schuldenerlass, der Beantragung von Schuldenerleichterungen oder der Umsetzung von Sparmaßnahmen zur Bewältigung der Schuldenrückzahlung hat kürzlich ein neues Phänomen für Schlagzeilen gesorgt: Regierungen, die Kredite aufnehmen, verschenken Land an Gläubigerländer, um ihre Kredite zurückzuzahlen. Ein Beispiel dafür ist Sri Lanka, wo ein chinesisches Staatsunternehmen 2018 eine 99-jährige Pacht für den Hafen von Hambantota erhielt. Andere Regierungen treffen jedoch andere Entscheidungen. Tansania hingegen kam 2020 mit der Rückzahlung eines Kredits für den Bagayomo-Hafen in Verzug. Wie erklären sich die unterschiedlichen Strategien der Entwicklungsländer beim Schuldenmanagement? Diese Frage können wir derzeit nicht beantworten, da uns Daten über Landtransaktionen fehlen. Anekdotische Hinweise deuten darauf hin, dass Landtransaktionen üblich sind, aber es gibt keinen systematischen Datensatz, der es Forschern erlauben würde, die Ursachen und Folgen von Landtransaktionen zwischen souveränen Regierungen zu analysieren. Um diese Einschränkungen zu überwinden, verfolgt unser Projekt zwei Ziele: 1) die Entwicklung theoretischer Erwartungen für die Reaktionen von Regierungen auf Verschuldung und 2) die systematische Erhebung von Daten über Landtransaktionen, die es uns ermöglichen würden, die Determinanten der Entscheidungen von Regierungen im Bereich des Schuldenmanagements zu untersuchen.
StatusLaufend
Tatsächlicher Beginn/ -es Ende1/01/2131/12/22

Schlagwörter

  • political economy