Zur Vermittlungsrolle von Massenmedien und Ökonomie am Thema "Ungleichheit". Die Piketty-Rezeption.

Projektdetails

Geldgeber*innen

OeNB Oesterreichische Nationalbank (Jubiläumsfonds)

Beschreibung

Die letzten Jahre waren geprägt von einer ¿Pikettymania`; einer untypisch intensiven medialen Debatte um das Buch ¿Capital in the 21st Century¿ (Piketty 2014). Das Buch wurde als ¿Sensation des Jahres¿ betitelt, Piketty selbst fortlaufend als ¿Rockstar-Ökonom¿ (Financial Times, 23. Mai, 2014) oder auch ¿Meisterdenker¿ (Süddeutsche Zeitung, 17. Mai, 2014). Untypisch ist an dieser Debatte, dass das wirtschaftswissenschaftliche Buch nicht nur in ökonomischen Fachpublikationen und wissenschaftsnahmen Blogs, sondern auch in den Massenmedien breit rezipiert und diskutiert wurde. Dies ist umso frappierender, wenn berücksichtigt wird, dass das Buch erstens medienunfreundliche 700 Seiten lang ist, und zweitens mit dem Thema der ökonomischen Ungleichheit ein Feld behandelt wird, welches lange nicht im Zentrum der medialen Öffentlichkeit stand.
Genau dieser ¿Piketty-Hype` ist Ausgangspunkt dieses Forschungsprojekts, welches der Frage nachgeht, wie die mediale Rezeption von ökonomischen Themen allgemein und Fragen ökonomischer Ungleichheit in spezifischen von statten geht. Die breite und kontroverse Rezeption ist als ein ideales Fallbeispiel dafür anzusehen, wie die Intermediation zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und der Öffentlichkeit verläuft. Primärer Gegenstand des Forschungsprojekts ist die mediale Vermittlung des Buchs, damit die Frage, wie Inhalte des Buchs dargestellt, präsentiert und diskutiert werden. Um diese Berichterstattung in ihren Gemeinsamkeiten und Unterschieden beleuchten zu können, wird die Rezeption des Buches in ausgewählten Printmedien in vier Ländern (Österreich, Deutschland, Irland und Großbritannien) untersucht. Damit stehen sowohl die Framings und Interpretationen vor dem Hintergrund der politisch-ökonomischen Ereignisse in den einzelnen Ländern im Zentrum des Forschungsinteresses, als auch die Frage, wie die jeweilige (oder hegemoniale) Ausrichtung der untersuchten Medien die mediale Vermittlung beeinflussen.
StatusAbgeschlossen
Tatsächlicher Beginn/ -es Ende1/03/1630/09/17

Projektpartner

  • Wirtschaftsuniversität (Leitung)
  • Business School, Dublin City University (Projektpartner*in)
  • University of Limerick (Projektpartner*in)