Europa zwischen Globalisierung und Renationalisierung

Publikation: Working/Discussion Paper

Abstract

Der Widerstand gegen die Globalisierung in den Industriestaaten wächst, populistische
Bewegungen in Europa und den USA gewinnen an Bedeutung wobei rechte, linke und
wachstumskritische Bewegungen mit unterschiedlichen Motiven eine Renationalisierung der Politik
unterstützen. Die ökonomische Theorie betont die Vorteile der Globalisierung, durch verstärkte
Arbeitsteilung, bessere Nutzung der Ressourcen und raschere Dissemination von Wissen und
Technologien. Sie betont aber auch, dass es Verlierer des Prozesses gibt, wenn Ungleichheiten
und Ungleichgewichte sich verschärfen und Globalisierung wirtschaftspolitisch begleitet werden
muss. Dieser Artikel untersucht ob die Vorteile aber auch die Ungleichgewichte in der letzten
Globalisierungsphase eingetreten. Er berichtet über die fehlende politische Begleitung, die
zunehmende Globalisierungskritik in den Industrieländern und die Forderung nach
Renationalisierung der Politik. Die falsche Verherrlichung der Vergangenheit und egoistischen
Reaktionen verschärfen allerdings die Probleme und gefährden die Wohlfahrt. Kriterien einer
verantwortungsbewussten Globalisierung werden entwickelt. Globale Herausforderungen
verlangen internationale Regeln, sie dürfen jedoch nicht in zentralistische Maßnahmen münden die
als Fremdbestimmung empfunden werden. Europäische Ziele und Rahmenbedingungen sollen so
gewählt werden, dass sie den nationalen Spielraum erweitern und Bottom-Up-Initiativen fördern.
Dieser „Empowermentansatz“ sollte in die strategische Neuausrichtung Europas einfließen und
könnte den Beginn einer europäischen Globalisierungsstrategie darstellen, die Standards nach
oben angleicht und die bisherigen Verlierer befähigt, an den Vorteilen der Globalisierung
teilzuhaben.
OriginalspracheDeutsch (Österreich)
PublikationsstatusVeröffentlicht - 2017

Publikationsreihe

NameDepartment of Economics Working Paper No
Band252

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