Finanzwissen und finanzielles Wohlbefinden - Frauen sind nicht grundsätzlich im Nachteil

Publikation: Wissenschaftliche FachzeitschriftOriginalbeitrag in FachzeitschriftBegutachtung

Abstract

Internationale empirische Untersuchungen kommen konsistent zum Ergebnis, dass Frauen weniger Finanzwissensfragen korrekt beantworten können als Männer, weshalb sie wiederholt als besonders wichtige Zielgruppe für Finanzbildungsmaßnahmen identifiziert wurden. Finanzbildung im weiteren Sinn umfasst jedoch nicht nur Wissen, sondern auch Einstellungen und Verhaltensweisen, weshalb wir Geschlechterunterschiede in diesen drei Dimensionen auf der Datengrundlage einer Befragung von 2.000 Erwachsenen in Österreich untersuchen. Auch hier zeigt sich, dass Männer im Schnitt im Finanzwissenstest besser abschneiden als Frauen. Dafür dürfte neben Unterschieden in Bildung und Einkommen vor allem auch der Grad der Einbindung in Finanzentschei¬dun¬gen maßgeblich sein. Unsere Ergebnisse bestätigen aber auch, dass Frauen im Finanzverhalten und bei finanziellen Einstellungen umsichtiger sind als Männer: Frauen agieren weniger riskant, tätigen seltener Impulskäufe und denken mehr an die Zukunft. Eine multiple Regressionsanalyse zeigt, dass neben dem Wissen auch Einstellungen und Verhaltensweisen einen Beitrag zur Erklärung von finanziellem Wohlbefinden leisten, während das Geschlecht hier keine signifikante Rolle spielt.
OriginalspracheDeutsch (Österreich)
Seiten (von - bis)123 - 136
FachzeitschriftVierteljahreshefte zur Wirtschaftsforschung. Quarterly Journal of Economic Research
Jahrgang86
Ausgabenummer04
PublikationsstatusVeröffentlicht - 2017

Österreichische Systematik der Wissenschaftszweige (ÖFOS)

  • 503030 Wirtschaftspädagogik
  • 504007 Empirische Sozialforschung
  • 503007 Didaktik
  • 503
  • 509004 Evaluationsforschung

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