Geschlechtsrollenorientierung und interdisziplinäre Zusammenarbeit im Gesundheitswesen

  • Olivia Kada
  • , Eva Brunner
  • , Marco Maier

Publikation: Wissenschaftliche FachzeitschriftOriginalbeitrag in FachzeitschriftBegutachtung

Abstract

Interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Pflege und Ärzteschaft ist wesentlich für die optimale Versorgung von PatientInnen. Ungenügendes Wissen über die Rolle und die Kompetenzen des jeweils anderen sowie die Machtposition der Ärzteschaft erschweren eine vollwertige kollaborative Beziehung. Gesundheits- und PflegemanagerInnen kommt eine tragende Rolle in der Förderung der Arzt-Pflege Kooperation zu. Führungsrollen sind mit maskulinen Eigenschaften assoziiert, feminine Attribute sind jedoch für soziale Beziehungen entscheidend. In einer Vollerhebung stuften daher 141 Studierende der Studienrichtung Gesundheits- und Pflegemanagement einer österreichischen Hochschule (Rücklauf 93%) mittels Bem Sex-Role-Inventory (BSRI) sich selbst, typische VertreterInnen der Ärzteschaft und der Pflege hinsichtlich femininer und maskuliner Eigenschaften ein. Die Befragten schrieben sich selbst maskuline und feminine Eigenschaften gleichermaßen zu (androgynes Selbstkonzept), der Pflege wurden signifikant mehr maskuline als feminine Eigenschaften zugeschrieben, während die Ärzteschaft als stark an das maskuline Geschlechtsrollen-Stereotyp gebunden und deutlich weniger feminin als die Pflege beschrieben wurde. Für die Tätigkeit im Gesundheits- und Pflegemanagement, zu der auch die Förderung interdisziplinärer Zusammenarbeit zählt, ist das androgyne Selbstkonzept von Vorteil. Die Vorstellungen über Pflege und Ärzteschaft sind zu reflektieren, um die Herausforderung der Förderung der interprofessionellen Kollaboration bewältigen zu können.
OriginalspracheDeutsch (Österreich)
Seiten (von - bis)495 - 502
FachzeitschriftZeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen
Jahrgang104
Ausgabenummer6
DOIs
PublikationsstatusVeröffentlicht - 2010

Zitat