TY - JOUR
T1 - Im responsiven Zwischen – umwenden, umdenken, umlernen
AU - Heiser, Jan Christoph
PY - 2022/11/14
Y1 - 2022/11/14
N2 - Der phänomenologische Zugang zum Lernen zeichnet sich durch eine eigentümliche Bewertung der menschlichen Erfahrung aus: Lernen ist demnach als Widerfahrnis im Sinne eines pathischen Getroffen-Seins zu interpretieren (Meyer-Drawe 2008: 153ff). Bedeutsam werden in dieser Perspektive – neben der generellen, beständigen Negativität des Lernens – jene Situationen, in denen ein Bruch mit Gewohntem und Vertrautem, Gewusstem und Bewertetem auftritt und die leiblich-reflexiven Reaktionen auf diese Irritation. So ist es sicher nicht vermessen zu behaupten, dass das Zwischen zum wahren Ort der Phänomenologie wird – und das Umwenden, Umdenken und Umlernen zum beständigen Begleiter.
Die phänomenologische Lernsituation wäre damit allerdings auch für die kulturelle Überschneidungssituation – als das Zwischen den Kulturen – maßgeblich, insofern die Krise der interkulturellen Erfahrung zu einer Auseinandersetzung und zur Veränderung der Beteiligten anregt: Das Eigene wird in der Auseinandersetzung mit dem Fremden fragwürdig und erzwingt
die Suche nach Antworten; man befindet sich auch hier in einer „Sphäre des Zwischen, die sich aus dem Wechselspiel von Anspruch und Antwort aufbaut“ (Waldenfels 1987: 81).
Im Beitrag wird dieses umwendende Lernen vom (kulturell) Anderen als intersubjektiv-responsiver Vollzug nachgezeichnet, um die lerntheoretische sowie interkulturelle Relevanz phänomenologischer Pädagogik hervorzuheben.
Keywords: Lernen, Erfahrung, Widerfahrnis, Zwischen, Epagogé, Epoché, Periagogé, Negativität, Responsivität, Sozialität, Intersubjektivität, Interkultur, Polylog, interkulturelle Bildung
AB - Der phänomenologische Zugang zum Lernen zeichnet sich durch eine eigentümliche Bewertung der menschlichen Erfahrung aus: Lernen ist demnach als Widerfahrnis im Sinne eines pathischen Getroffen-Seins zu interpretieren (Meyer-Drawe 2008: 153ff). Bedeutsam werden in dieser Perspektive – neben der generellen, beständigen Negativität des Lernens – jene Situationen, in denen ein Bruch mit Gewohntem und Vertrautem, Gewusstem und Bewertetem auftritt und die leiblich-reflexiven Reaktionen auf diese Irritation. So ist es sicher nicht vermessen zu behaupten, dass das Zwischen zum wahren Ort der Phänomenologie wird – und das Umwenden, Umdenken und Umlernen zum beständigen Begleiter.
Die phänomenologische Lernsituation wäre damit allerdings auch für die kulturelle Überschneidungssituation – als das Zwischen den Kulturen – maßgeblich, insofern die Krise der interkulturellen Erfahrung zu einer Auseinandersetzung und zur Veränderung der Beteiligten anregt: Das Eigene wird in der Auseinandersetzung mit dem Fremden fragwürdig und erzwingt
die Suche nach Antworten; man befindet sich auch hier in einer „Sphäre des Zwischen, die sich aus dem Wechselspiel von Anspruch und Antwort aufbaut“ (Waldenfels 1987: 81).
Im Beitrag wird dieses umwendende Lernen vom (kulturell) Anderen als intersubjektiv-responsiver Vollzug nachgezeichnet, um die lerntheoretische sowie interkulturelle Relevanz phänomenologischer Pädagogik hervorzuheben.
Keywords: Lernen, Erfahrung, Widerfahrnis, Zwischen, Epagogé, Epoché, Periagogé, Negativität, Responsivität, Sozialität, Intersubjektivität, Interkultur, Polylog, interkulturelle Bildung
KW - Lernen
KW - Erfahrung
KW - Widerfahrnis
KW - Zwischen
KW - Epagogé
KW - Epoché
KW - Periagogé
KW - Negativität
KW - Responsivität
KW - Sozialität
KW - Interkultur
KW - Polylog
KW - Interkulturelle Bildung
UR - https://www.journal-phaenomenologie.ac.at/
M3 - Originalbeitrag in Fachzeitschrift
SN - 1027-5657
VL - 2022
SP - 56
EP - 67
JO - Journal Phänomenologie
JF - Journal Phänomenologie
IS - 57
ER -