Pflegepolitik und Langzeitversorgung im Alter in Mittelosteuropa. Der lange Weg zu sozialen Rechten in der Pflege

Publikation: Wissenschaftliche FachzeitschriftOriginalbeitrag in Fachzeitschrift

Abstract

In den vergangenen drei Jahrzehnten haben zahlreiche europäische Länder Pflegepolitik als eigenständiges Politikfeld erkannt, ihre Langzeitpflegesysteme auf neue Fundamente gestellt und soziale Rechte etabliert, die allen Bürgern Ansprüche auf Unterstützung bei notwendiger Pflege und Betreuung sicherstellen sollen. Dieser Beitrag zeigt, dass diese Entwicklungen für den mittelost- und südosteuropäischen Raum bislang nicht zutreffen. Es sind weiterhin nahe Familienangehörige, die Pflege und Betreuung sehr umfassend übernehmen (müssen). Pflegebedürftigkeit bedeutet für viele Betroffene und deren Familien ein enormes Lebensrisiko, das vielfach schon prekäre soziale und ökonomische Verhältnisse weiter verschärft. Gleichzeitig decken Menschen aus dieser Region als Migrantinnen Pflegekräftebedarfe in Westeuropa. Der Weg zum „Recht auf bezahlbare und hochwertige Langzeitpflegedienste, insbesondere häusliche Pflege und wohnortnahe Dienstleistungen“, so wie es in der europäischen Säule sozialer Rechte definiert wird, bleibt für Mittelosteuropa herausfordernd.
OriginalspracheDeutsch (Österreich)
Seiten (von - bis)8 - 10
FachzeitschriftProAlter
Jahrgang52
Ausgabenummer4
PublikationsstatusVeröffentlicht - 2020

Österreichische Systematik der Wissenschaftszweige (ÖFOS)

  • 303010 Gesundheitsökonomie
  • 509005 Gerontologie
  • 509012 Sozialpolitik
  • 506004 Europäische Integration

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