Verschuldung, Überschuldung und finanzielle Ausgrenzung österreichischer Privathaushalte. Ergebnisse aus EU-SILC 2008

Stefan Angel, Marina Einböck, Karin Heitzmann, Ursula Till-Tentschert

Publikation: Wissenschaftliche FachzeitschriftOriginalbeitrag in FachzeitschriftBegutachtung

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Abstract

Im Jahr 2008 war das Sondermodul der EU-SILC-Erhebung den Themen der Überschuldung und finanziellen Ausgrenzung gewidmet. In diesem Beitrag werden Kernergebnisse zu den Bereichen Verschuldung, finanzielle Schwierigkeiten, Zahlungsrückstände sowie zur finanziellen Exklusion zusammengefasst. Im Mittelpunkt der Betrachtung steht ein Vergleich der Verbreitung dieser Phänomene innerhalb ausgewählter sozioökonomischer und soziodemographischer Gruppen in österreichischen Privathaushalten. Etwa die Hälfte der österreichischen Bevölkerung lebt in Haushalten mit Kreditverbindlichkeiten, wobei Verschuldung für Wohnraum die dominierende Kreditform darstellt. Die Häufigkeit von Verschuldung nimmt mit dem Alter ab und erhöht sich mit steigendem Einkommen. Überdurchschnittlich oft verschuldet sind zudem Mehrpersonenhaushalte mit Kindern. Überschuldung wird durch das Vorhandensein von Zahlungsrückständen operationalisiert; eine Problematik, die immerhin auf 9% der österreichischen Bevölkerung in Privathaushalten zutrifft. Überproportional betroffen sind dabei jüngere Personengruppen, Ein-Eltern-Haushalte, Familien mit drei und mehr Kindern, Drittstaatenangehörige, Personen mit geringer Ausbildung, Mitglieder von Privathaushalten mit keiner bzw. eingeschränkter Erwerbstätigkeit sowie Personen mit geringem Einkommen (inklusive armutsgefährdeter und manifest armer Menschen). Letztere sind im Hinblick auf ihr aktuelles Einkommen auch mit einem überproportional hohen Anteil von Rückständen an ihrem Haushaltseinkommen überschuldet. Von einem erschwerten Zugang zu finanziellen Basisdienstleistungen wie einem Konto, einer Versicherung und einem einfachen Kredit sind in Österreich vor allem ältere Personen, Personen mit einem geringen Einkommen und Personen mit nicht-österreichischer Staatsbürgerschaft betroffen. <...>
OriginalspracheDeutsch (Österreich)
Seiten (von - bis)1104 - 1116
FachzeitschriftStatistische Nachrichten
Jahrgang2009
Ausgabenummer12
PublikationsstatusVeröffentlicht - 2009

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