Zur linken und rechten Hand des Staates: Neue Unsicherheiten in der Sozialen Arbeit in Österreich. Wie prekär nehmen SozialarbeiterInnen das eigene Berufsfeld und die Lebenslage ihrer KlientInnen wahr?

Marlene Ecker, Barbara Haas

Publikation: Wissenschaftliche FachzeitschriftOriginalbeitrag in FachzeitschriftBegutachtung

Abstract

Der vorliegende Artikel wirft die Frage auf, wie SozialarbeiterInnen Prekarität in ihrem Berufsfeld selbst wahrnehmen, und wie diese in Relation zur Wahrnehmung der Prekarität ihrer KlientInnen steht. Die Auswertung qualitativer Interviews mit österreichischen SozialarbeiterInnen erfolgte im Stil der Grounded Theory. Als Ergebnis der Analyse wird eine Erweiterung des Konzepts der Prekarität
um die Dimensionen der institutionellen Abhängigkeit vorgeschlagen. SozialarbeiterInnen fühlen sich hierarchisch höheren Entscheidungsstellen insofern ausgeliefert, als sie wichtige Fragen der Dauer und Lage der Arbeitszeit, der Arbeitsorganisation sowie der zunehmenden ökonomischen
Kennzahlenorientierung nicht mitbestimmen können. Die fehlende Partizipation und Ohnmacht stehen im Gegensatz zur starken intrinsischen Motivation und hohen Eigenverantwortung für den Erfolg der eigenen Arbeit. Zunehmende Unsicherheiten in der Sozialen Arbeit verstärken wiederum die Prekarität der ohnehin abhängigen KlientInnen.

Schlagworte: Prekarität, Prekarisierung, Soziale Arbeit, neue Unsicherheiten, qualitative Interviews
OriginalspracheDeutsch (Österreich)
Seiten (von - bis)316 - 336
FachzeitschriftSozialwissenschaftliche Rundschau
Jahrgang3
Ausgabenummer59
PublikationsstatusVeröffentlicht - 2019

Österreichische Systematik der Wissenschaftszweige (ÖFOS)

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