Caring Cities - Pflege in zentraleuropäischen Hauptstädten

August Österle, Lisa Mittendrein

Publication: Working/Discussion PaperWU Working Paper

Abstract

Obwohl die lokale Ebene in der Pflegepolitik eine zentrale Rolle spielt, nehmen international
vergleichende Studien dieses Feld bisher kaum in den Blick. Das Ziel von "Caring Cities" besteht
darin, am Beispiel von Bratislava, Budapest, Prag und Wien, die Rolle zentraleuropäischer Städte
im Bereich der Pflege zu untersuchen. In der "pflegenden Stadt" treffen die nationale und die lokale
Ebene auf verschiedene Weise aufeinander. Einerseits manifestieren sich nationale Pflegeregime in
einem spezifisch-urbanen Kontext. Andererseits sind lokale AkteurInnen selbst in die Regulierung,
Organisation und Erbringung von Pflege involviert und verfügen so über einen eigenen
gestalterischen Spielraum. Um dies zu analysieren, wurden quantitative Daten erhoben und
Interviews mit ExpertInnen in den jeweiligen Städten geführt. Die Untersuchung bestätigt für alle
vier Hauptstädte die große Bedeutung regionaler bzw. lokaler Akteure in der Pflegepolitik. Während
Wien auf eine lange und relativ kontinuierliche Geschichte lokaler Sozialpolitik aufbaut, wurde in
Tschechien, der Slowakei und in Ungarn Pflegepolitik mit der Transformation in den frühen 1990er
Jahren verstärkt an die regionale und lokale Ebene übertragen. In diesen Ländern ist der Sektor
aber auch durch ein hohes Maß an Fragmentierung und teilweise überlappende
Verantwortlichkeiten charakterisiert. Dies wiederum ist Konsequenz einer vielfach fehlenden
umfassenden und kohärenten Pflegepolitik. Angespannte öffentliche Budgets, vor allem in den
jüngsten Krisenjahren, haben den Ausbau einer adäquaten Dienstleistungsinfrastruktur zusätzlich
verschärft.
Original languageGerman (Austria)
Place of PublicationVienna
PublisherForschungsinstitut für Altersökonomie, WU Vienna University of Economics and Business
Publication statusPublished - 2012

Publication series

NameForschungsberichte des Forschungsinstituts für Altersökonomie
No.1/2012

WU Working Paper Series

  • Forschungsberichte des Forschungsinstituts für Altersökonomie

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