Die Verwaltungsorgane von AGs in England, den USA, der Schweiz und Frankreich

Publication: Scientific journalJournal article

Abstract

Der Begriff „Corporate Governance“ umschreibt im Allgemeinen die Organisation der Entscheidungsfindungsprozesse und des Systems von Führung und Kontrolle in einer Gesellschaft. Sie versucht, Regelungen und Grundsätze für eine verantwortungsvolle Unternehmensleitung und -aufsicht zu schaffen und
dabei die verschiedenen Interessen der beteiligten Stakeholder (Unternehmensführung, Anteilseigner, Arbeitnehmer, Gläubiger, Geschäftspartner und Öffentlichkeit) zu einem Ausgleich zu bringen. Corporate
Governance ist gewissermaßen das Betriebssystem (operating system) der Gesellschaft. In den Gesellschaftsrechtstraditionen der einzelnen Länder haben sich dabei zwei organisatorische Modelle herausgebildet: das monistische (einstufige, One-tier-) sowie das dualistische (zweistufige, Two-tier-)System. Das einstufige System sieht ein zentrales Verwaltungsorgan (Verwaltungsrat bzw in der angloamerikanischen Diktion „board of directors“) vor, welches sowohl Führungs- als auch Kontrollaufgaben wahrnimmt. Im zweistufigen Modell, das bekanntlich im österreichischen Aktienrecht umgesetzt ist, werden hingegen ein
eigenes Leitungs- sowie ein davon getrenntes Überwachungsorgan eingerichtet. Der vorliegende Beitrag möchte – nach einer kurzen Übersicht zu den jeweiligen rechtlichen Grundlagen – einen Überblick über die Struktur und Zusammensetzung der Verwaltungsorgane von AGs (bzw deren Pendant in der jeweiligen Rechtsordnung) in den monistischen Systemen Englands, der USA, der Schweiz sowie einen Einblick in das französische Modell, das ein Wahlrecht zwischen ein- und zweistufigem System vorsieht, bieten.
Original languageGerman
Pages (from-to)7-12
JournalDer Gesellschafter - Zeitschrift für Gesellschafts- und Unternehmensrecht (GesRZ)
Volume2023
Issue number1
Publication statusPublished - 2023

Cite this