Intrahaushaltsverteilung von Ressourcen. Geschlechtsspezifische Verteilung von Einkommen und Entscheidungsmacht

Katharina Mader, Alyssa Schneebaum, Magdalena Skina-Tabue, Ursula Till-Tentschert

Publication: Scientific journalJournal articlepeer-review

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Abstract

Das Sondermodul der Erhebung EU-SILC 2010 erfasste erstmals Informationen über die Entscheidungsfindung und Verteilung von Ressourcen innerhalb von Haushalten und Partnerschaften. Der Beitrag präsentiert erste ausgewählte Ergebnisse darüber, wer finanzielle Entscheidungen im Haushalt trifft und welche Faktoren wie Einkommen, Bildung und Geschlecht dabei eine wesentliche Rolle spielen. Nur ungefähr 57% der Paare berichten, dass sie wichtige finanzielle Entscheidungen gemeinsam treffen. Etwa ein Viertel der Paare ist in seiner Angabe darüber, wer über Ausgaben im Allgemeinen entscheidet, uneinig. Personen mit höherer Bildung und Einkommen entscheiden öfter getrennt als Personen, die armutsgefährdet, arbeitslos oder in Pension sind. Frauen treffen häufiger Entscheidungen bei alltäglichen Einkäufen und bezüglich der Ausgaben für Kinder, wobei verheiratete Paare mit Kindern stärker rollenstereotype Entscheidungsmuster aufweisen. Männer hingegen treffen häufiger als Frauen allein die Entscheidungen über die Aufnahme von Krediten und Ratenkäufen, wobei generell mit dem höheren Einkommen des Mannes der Anteil an einer gemeinsamen Entscheidungsfindung sinkt. Wenn die Frau alleinige Verdienerin im Haushalt ist, wird öfter gemeinsam entschieden. Die häufig getroffene Annahme in der Einkommens- und Sozialberichterstattung, dass alle Personen innerhalb eines Haushalts über die Ressourcen gleichermaßen verfügen, muss aufgrund dieser Ergebnisse zurückgewiesen werden.
Original languageGerman (Austria)
Pages (from-to)983 - 994
JournalStatistische Nachrichten
Issue number12
Publication statusPublished - 2012

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